der Kiesweg
Gemäß einer japanischen Tradition, die sowohl in Klöstern als auch in Herrscherhäusern gepflegt wird, verfügt auch das Institut Wolkenstein über einen Raum, der ausschließlich dem geistigen, körperlichen und mentalen Training zur Verfügung steht, dem Dojo.
Dieser Platz hatte immer speziell dafür errichtete Zugänge. In Japan legte man damals wie heute großen Wert auf die innere Sammlung VOR einer geistigen oder körperlichen Anstrengung. Im Gegensatz zum Westen, bei dem die geistige und körperliche Anstrengung zur Sammlung an sich dient, womit aber ein Schritt darüber hinaus unterbunden bleibt.
In Japan wurde der Weg zum Dojo immer auch dazu benutzt, den Alltag, die Sorgen - aber auch für kurze Zeit die Menschen -hinter sich zu lassen, um sich auf das, was kommt, vorzubereiten.
Anfangsritual der japanischen Teezeremonie ist zum Beispiel der Spaziergang in einem bestimmten Teil des Gartens, wobei eine bestimmte Konversation geführt werden muss. Dies soll unter anderem zum Vergessen des Alltags führen, um sich danach voll und ganz, mit allen Sinnen des Menschen, also Körper, Geist und Seele (welche im asiatischen Raum auch als Sinne gesehen werden), auf die Zeremonie konzentrieren zu können.
So auch im Institut Wolkenstein. Der Kiesweg ist beim Zugang zum Dojo durch zwei erhöhte Trittsteine abgeschlossen. Diese repräsentieren die in Japan üblichen hohen Türstaffeln, über welche man beim Zugang zu traditionellen Gebäuden immer steigen muss. Niemals draufsteigen, das bringt angeblich Unglück! Diese dienen nach der Überlieferung dazu, dass die bösen Geister beim Eintritt darüber stolpern und daher keinen Zugang zum Haus finden. Würden Sie draufsteigen, könnten die Geister von Ihnen lernen - und damit wäre der Aufwand umsonst.
Auch bei uns dienen diese Trittsteine zur Fernhaltung, aber nicht der bösen Geister, denn diese werden bei unserem Institutseingang sowieso schon durch unsere Krieger abgewehrt. Sie dienen zur Verhinderung des Zugangs Ihrer Alltagssorgen, die Sie am Weg in das Dojo für eine kurze Zeit hinter sich gelassen haben.
